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Gitarre, Stimme, deutsche Texte. Mehr braucht dieser junge Mann nicht, um eine Bühne auszufüllen. Die elementaren Fragen, die er sich und dem Zuhörer in seinen Liedern stellt, kommen ohne Effekthascherei aus. Ist das der Zeitgeist, der hier spukt? Wer hat uns die Bäume vor den Wald gestellt? Und was ist das eigentlich für 1 Life?

Wo andere Menschen in der Hektik des Alltags eher vorbeirauschen, schaut Tim Jaacks gern genauer hin. Verpackt in kleine melancholische Popsongs bringt er so jene Geschichten zum Vorschein, die uns wirklich umtreiben – von gescheiterten Plänen, Glückskeksen und dem Gefühl, immer zu spät dran zu sein. Seine Stimme resoniert dabei in der vollen Bandbreite, die es für derlei Themen braucht: Geht es in den ruhigen Passagen erzählerisch zu, schwingt sie sich bisweilen energisch auf und drängt dem Zuhörer mit Nachdruck ins Ohr. Wenn das melodische Gitarrenspiel an diesen Stellen in den Hintergrund tritt, um den unbequemen Wahrheiten ihren nötigen Raum zu geben, fühlt man sich als Zuhörer schon mal ertappt, so sehr erkennt man sich zwischen den Zeilen wieder.

Neben all der Tiefe ist aber immer auch Platz für ein wenig Leichtigkeit. Mit einer bescheidenen Gelassenheit und Wärme sorgt der sympathische Wuschelkopf dafür, dass man nach seinen Konzerten stets mit einem wohligen Gefühl nach Hause geht – und sich bei der nächsten Gelegenheit vielleicht auch selbst mal Zeit nimmt, genauer hinzuschauen.

Foto: (c) Julia Schwendner // ThisIsJulia Photography